Tag 9
Heute wollen wir zur Schreinerei von Ellas Papa. Wir haben vor Tagen einen Besichtigungstermin vereinbart, gleichzeitig brauchen wir verschiedene Holzplatten als Unterlage für unsere Spiegel. Die wollen wir uns in der Schreinerei zuschneiden lasse. Daher müssen wir, bevor wir starten, die Spiegel noch eben ausmessen. Doch unverhofft taucht ein Problem auf: das Maßband ist nicht mehr auffindbar und unser Zollstock hat jemand zerbrochen. Nun ist guter Rat teuer.
Aline: "Wir können den Spiegel doch mitnehmen."
Ella: "Oh Mann, der ist doch viel zu groß und zu schwer."
Lea: "Ursula kann den doch tragen."
Ursula: "Mir ist der Spiegel auch zu schwer. Und auf dem Rückweg müssen wir dann auch noch die Bretter tragen. Vielleicht findet ihr ja eine andere Möglichkeit zum ausmessen."
Aline: "Vielleicht mit Papier?"
Ella: "Wie denn mit Papier? Das hat doch keine Zahlen. Wir brauchen irgend was anderes. Ursula, hast du keine Idee?"
Ursula: "Ich finde ihr solltet die Idee von Aline erst einmal ausprobieren. Wenn ihr merkt, dass es so nicht geht, überlegen wir halt weiter."
Ella:" Na gut. Aline, wie willst du denn mit Papier messen?"
Aline: "Wir legen es einfach auf den Spiegel."
Lea: "Ich hol schon mal Papier."
Lea holt mehrere Blätter, reicht eines Aline. Sie legt das Blatt auf den Spiegel, schiebt es genau an den Rand.
Ella: "Siehst du, das Papier ist viel zu klein."
Aline: "Dann nehmen wir eben noch ein Blatt."
Lea legt ein Blatt dazu. Es bleibt ein kleiner Rand frei. Aline nimmt ein drittes Blatt, legt es dazu.
Lea: "Das liegt ja auf dem anderen Papier."
Ella: Das ist doch egal. Dann schieben wir eben alle ein bisschen aufeinander."
Die Kinder schieben nun die Blätter etwas zusammen, doch jedes Mal, wenn sie loslassen, verrutschen die Bögen.
Lea: "Ursula, kannst du mal Kleber holen? Ich meine Tesafilm? Wir müssen das Papier zusammenkleben, sonst rutscht es immer wieder weg."
Ich hole das Gewünschte und zusammen gelingt es den Dreien, die Papierbögen so zusammen zu kleben, dass der ganze Spiegel Kantengenau bedeckt ist.
Ella: "Jetzt wissen wir nicht, wie groß der Spiegel ist, ich meine mit Zahlen, aber wenn wir das Riesenblatt mitnehmen, kann der Papa es in der Schreinerei messen. Die haben da nämlich viele "Stockzöller". Die brauchen die ja, sonst wissen die ja nicht, wie groß z.B. der Schrank werden soll."
Vorsichtig falten die Kinder den Bogen zusammen und schieben ihn in eine Stofftasche. Nun sind wir startklar und machen uns auf den Weg.
In der Schreinerei
Gegen 10:30 melden wir uns im Büro der Schreinerei bei Ellas Vater. Dort werden wir bereits erwartet. Bevor wir unser Anliegen vorbringen, schauen wir uns erst einmal um. Gibt es hier irgendwo Zahlen zu sehen? Wenn ja, was verraten sie uns? Tatsächlich werden die Kinder sofort fündig. An der Wand gleich neben der Eingangstür hängen eine Uhr und ein Kalender. Und auch die Tastatur am Computer sowie der Rechner auf dem Schreibtisch sind nicht zu übersehen. Herr Behn beantwortet geduldig die Fragen der Kinder, bevor er sie nach ihrem Anliegen fragt. Sofort holen die Kinder den zusammengeklebten und gefalteten Papierbogen hervor und breiten ihn auf dem Boden vor dem Schreibtisch aus. Dabei erklären sie, um was es sich da handelt und warum sie mehrere Bögen Papier zusammengeklebt haben.
Herr Behn reicht den Kindern einen Zollstock: "Dann messt das Riesenblatt einmal aus und sagt mir die Zahlen, damit ich sie auf den Auftragsschein schreiben kann." Danach werden auch noch unsere anderen Wünsche aufgeschrieben und dann nimmt Herr Behn uns mit in die Werkstatt. Dort gibt er uns und den Auftrag an einen Schreiner weiter. Zuerst gehen die Kinder mit ins Lager. Dort wird das benötigte Holz herausgesucht. Die Bretter sind sehr groß. Daher werden sie auf einen Handwagen geladen und in die Werkstatt gefahren. Anschließend stellt der Schreiner die Säge auf die Maße der benötigten Bretter ein. Danach wird gesägt, natürlich elektrisch. Das geht sehr schnell, ist aber so laut, dass man kein Wort mehr verstehen kann. Nachdem die Bretter zugeschnitten sind, bekommen die Kinder den Auftrag nachzumessen, ob die Größe auch stimmt oder ob der Schreiner sich vermessen hat. Hat er nicht, die Maße stimmen ganz genau! Nachdem wir alle Bretter und ein Rundholz zusammen haben, verabschieden wir uns von den Handwerkern in der Werkstatt und gehen mit unseren Materialien unter den Armen zurück ins Büro. Dort geben wir das Auftragsblatt an eine Dame weiter, die nun ausrechnet, was wir bezahlen müssen. Freundlicher Weise brauchen wir für das Material nichts zu bezahlen, aber die Kinder sollen den gesamten Ablauf kennen lernen. Und, wie die Kinder richtig erkennen, hat auch das Bezahlen mit Zahlen und Rechnen zu tun. Nachdem die Kinder "Luftgeld" gereicht haben wollen sie gehen. Doch sie werden noch einmal zurückgerufen, um 0,06 € Restgeld entgegen zu nehmen. Welch überraschte Gesichter! "Wir haben Luftgeld gegeben und echtes Geld zurückbekommen." Nun drängt es die Drei zurück zur Kita, um den anderen von ihren Erlebnissen zu berichten.
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